Das ist es, was mich antreibt und motiviert mir so viel Spaß an meiner Arbeit mit den Hunden macht…

Sein Hobby zum Beruf zu machen ist in vielen Momenten absoluter Luxus! Aber natürlich hat es auch seine Schattenseiten, denn das Thema umgibt einen ununterbrochen und von allen Seiten, wird Arbeit und Verpflichtung und nicht mehr nur Auszeit, eben Alltag. Angestoßen durch eine Diskussion in der absolut tollen Facebookgruppe: „Der Hund als Beruf(ung)“ brachte mich ein Beitrag, in dem es darum ging, dass der Schreiber die Lust am Thema Hund komplett verloren hat doch sehr ins grübeln. Wenn die Hunde und das Leben mit ihnen in den beruflichen Fokus rücken, wo liegen dann die dringend benötigten Pausen im Alltag? Wie kann ich verhindern, dass auch meine Hunde nur mehr ein Punkt mehr auf der Aufgabenliste des Tages werden?

Stellt sich die Frage: sind sie das denn? Manchmal scheint es tatsächlich so zu sein… das sind dann die Tage, an denen ich mir ganz am Ende nur meine Hunde schnappe und eine gemütliche Extrarunde nur mit ihnen drehe ganz ohne Aufsichtspflicht… einfach nur so, zum Seele baumeln lassen…

Aber mal von dieser konkreten Frage abgesehen, ist es tatsächlich so, dass meine Arbeit mir schlicht Freude bereitet! Ich liebe es mit den Hunden durch den Wald zu streifen und mit ihnen allen zu leben und sie hier bei uns zu haben!

Am Abend bin ich zufrieden, wenn ich meine Arbeit gut und professionell erledigt habe und alle mir anvertrauten Hunde müde, satt und zufrieden auf Kissen, Körbe, Sessel und Sofa verteilt ruhen. Aber was bedeutet denn professionell eigentlich?

Für mich beinhaltet es kompetentes Hintergrundwissen über Hunde und ihr Verhalten zu besitzen genauso wie über ihre Physiologie und grundsätzliche Krankheitsbilder und mich in diesen Bereichen regelmäßig fortzubilden.

Dieses Wissen ermöglicht es mir den Bedürfnissen der hier wohnenden Hunde möglichst gerecht zu werden, ihnen die Beschäftigung und Auslastung zu bieten, die sie brauchen um im Anschluss entspannt ruhen zu können. Da viele unserer Gäste normalerweise nicht in Hundegruppen leben ist es besonders wichtig zu erkennen, wann sie eine Auszeit benötigten und ihnen diese auch zu verschaffen.

 

Eine wichtige Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander ist die richtige Einschätzung von Sympathien aber auch Antipathien zwischen den Hunden. Ich glaube, man kann es sich sehr gut vor Augen führen, wenn man sich vorstellt, man verbringt seinen Urlaub in einer All Inklusive Anlage. Über den Tag verteilt trifft man ständig auf andere Urlauber und mal sind sie einem sympathisch, mal eher nicht so und manchmal weiß man auf den ersten Blick, dass man den andere schlicht unausstehlich findet… Ich glaube, die meisten sind froh, sich für die Nacht, aber sicher auch über den Tag immer wieder aufs eigene Zimmer zurück ziehen zu können und abschalten zu können!

 

So ähnlich halten wir es hier auch, nur dass ich dafür zuständig bin zu erkennen, wer gerne Zeit mit wem verbringt und mit wem es anstrengend ist jetzt weiter zu small talken und es allen hier so angenehm wie möglich zu machen.

Um mich voll auf meine Arbeit konzentrieren zu können, müssen aber auch die Finanzen stimmen, das heißt ich muss mein Büro organisieren, die Belegung der Pension realistisch planen und umsetzen und, auch das muss gesagt werden, ich kann nicht umsonst arbeiten, denn meine Versicherungen und sonstigen Unterhalstkosten müssen gedeckt sein und auch ich selber muss schließlich von irgendwas leben.

Der Höhepunkt des Tages sind aber eindeutig die Spaziergänge und Spielzeiten auf dem Grundstück! Sowohl die Hunde, als auch ich kommen dabei voll auf unsere Kosten, egal bei welchem Wetter… wobei ich schon zugeben muss, trocken ist deutlich angenehmer für mich und meine Wohnung 😉 Bei so vielen Hunden braucht’s schon einiges an Handtüchern bis alle wieder sauber und vor allem trocken sind…

Trotzdem macht es mir einfach Spaß mit den Hunden durch Wälder und über Wiesen zu ziehen, ihnen dabei zuzusehen, wie sie miteinander toben oder auch nur entspannt Zeitung lesend durchs Gelände ziehen, selber mit den Hunden Dinge zu entdecken oder den „Neuen“ unsere Regeln zu zeigen oder meinen Rückruf einzuführen, eben einfach mit ihnen unterwegs zu sein und die Natur zu genießen…

Ja, ich bin glücklich sagen zu können: Mein Job ist (m)ein Traum!